Chronik

  • Zu Beginn war der Ortsverband Wiesbaden noch ohne eigene Unterkunft. Ausbildung fand in der Schweißerei eines Helfers statt. Die Ausstattung bestand aus nicht mehr als Bindeleinen, Schaufeln, Spitzhacken und Beilen. Das erste „Fahrzeug“ war eine Schubkarre. Improvisation war also sehr groß geschrieben.
  • Erst 1962, zehn Jahre nach der Gründung, erhielt der Ortsverband Wiesbaden sein erstes richtiges eigenes Fahrzeug, einen Gerätekraftwagen. Der Ortsverband hatte immer noch keine richtige Unterkunft im heutigen Sinne.
  • 1965 kamen drei weitere Fahrzeuge aus den Beständen des Luftschutzhilfsdienstes dazu. Diese wurden im alten Feuerwehrgerätehaus in Mainz-Kastel untergestellt.
  • Die Helfer „lebten“ in ihrer Unterkunft im Gebäude des Wehrbereichsgebührenamtes am Schlossplatz 3. Zwischenzeitlich war die Helferzahl auf stattliche 90 Helfer angestiegen, die in zwei Bergungszügen organisiert waren. Diese Helfer mussten sich zwei Räume á 20 qm in der Unterkunft teilen.
  • In der Zeit von 1968 bis 1973 wurde der Ortsverband um zwei weitere Bergungszüge erweitert. Einer davon mit dem Schwerpunkt „Wasserdienst“. Dies brachte drei zusätzliche Großfahrzeuge mit sich, die untergestellt werden mussten. Ein Teil der Fahrzeuge fand seinen Platz auf dem städtischen Schlachthof. Die zusätzlichen Bergungszüge rekrutierten sich aus den Regieeinheiten der DLRG Wiesbaden. Ein Fernmeldezug (Ort) rekrutierte sich aus den Reihen der Regieeinheit der ASB Wiesbaden. In dieser Zeit kam noch zusätzlich ein Instandsetzungszug hinzu. Die Helferversammlungen fanden weiterhin in den Räumen des Wehrbereichsgebührenamtes statt.
  • Erst 1970 trafen sich die zwischenzeitlich 130 Helfer in der Kantine des städtischen Fuhr- und Reinigungsamtes zu Ihren Versammlungen.
  • 1973 wuchs der Ortsverband auf mehr als 200 aktive Helfer.
  • Erst am 21.01.1977 konnte das THW Wiesbaden die eigene Unterkunft am Siegfriedring 1 beziehen, in der sich der Ortsverband bis heute befindet.
  • Bis 1984 teilte sich das THW gemeinsam mit der Abteilung Katastrophenschutz der Feuerwehr die alte Kartoffelhalle, gegenüber von der Unterkunft. Ab 1984 stand das Gebäude komplett dem THW zur Verfügung. Werkstatt, Fahrzeughalle und Lagerräume fanden darin Platz.
  • 1988 konnten die Helfer des THW, Seite an Seite mit den Wiesbadener Feuerwehren, den Bürgern beim Jahrhunderthochwasser des Rheins helfen.
  • 1989 waren drei Helfer der Ortungsgruppe des THW Wiesbaden als Mitglieder der SEEBA (Sonder Einsatz Einheit Bergung Ausland) im Erdbebeneinsatz in Armenien und konnten in Spitak, eine Stadt so groß, wie Wiesbaden, in der es über 20.000 Tote gab, nach 6 Tagen zwei Mädchen unverletzt aus einer 4m Vertrümmerung retten.
  • 1992 führte das THW Wiesbaden den größten THW Hilfstransport nach Moskau durch. Über 350 Tonnen an Lebensmitteln und Kleidung, die u.a. durch das große Engagement des damaligen Oberbürgermeisters Exner gesammelt werden konnten, wurden in 14 LKW nach Russland transportiert.
  • 1993 konnte schließlich die neue Fahrzeughalle auf dem Gelände der Unterkunft eingeweiht werden und das THW hatte erstmalig in seiner bis dahin 41-jährigen Geschichte alles unter einem Dach, bzw. in einer Liegenschaft.
  • 1995 wurde das THW umstrukturiert und umorganisiert. Der Ortsverband Wiesbaden setzte sich dann aus 2 Zügen mit den zusätzlichen Fachgruppen Infrastruktur und Wassergefahren zusammen. Dazu kam eine Teileinheit für Logistik und Versorgung.
  • 1997 ermöglichte eine großzügige Spende unseres Kameraden Jürgen Baginski die Anschaffung eines speziellen Lichtmastanhängers mit einer Lichtleistung von 36.000 Watt. Dieses Gerät steigerte die Zahl der Einsätze erheblich, besonders im Rahmen der Amtshilfe für die Polizei und der örtlichen Gefahrenabwehr. Jürgen Baginski (†2011) war dem Ortsverband Wiesbaden als großer Gönner zugetan. Viel zusätzliche Ausstattung und Fahrzeuge konnten auf Grund seiner Spenden angeschafft werden.
  • Ebenfalls 1997 half das THW Wiesbaden gemeinsam mit der Berufsfeuerwehr Wiesbaden, auf Anfrage der Breslauer Feuerwehr, beim Oder-Hochwasser mit Pumparbeiten.
  • Ende der 90er Jahre erschütterte eine heftige Gasexplosion die Wörthstraße. Auch dies war ein bedeutender Einsatz, der gemeinsam mit der Berufs-Feuerwehr erfolgreich gemeistert werden konnte.
  • 2002 Einsatz beim Jahrhunderthochwasser in Ost-Deutschland. Über Wochen hinweg waren auch über 40 Helfer des Wiesbadener Ortsverbandes im Einsatz um den Opfern bei dem schweren Elbehochwasser zu helfen.
  • 2003 konnten nach einer Explosion in der Erich-Ollenhauer-Straße bei einem weiteren gemeinsamen Einsatz zwischen Berufs-Feuerwehr und THW drei Tote aus den Trümmern eines komplett zerstörten Wohnhauses, nach mehreren Stunden, geborgen werden.
  • 2003 wurde im Ortsverband eine Jugendgruppe gegründet. Jugendliche und Kinder, beiderlei Geschlechts, im Alter ab 10 Jahren werden spielerisch an soziales Engagement und die Aufgaben des THW herangeführt.
  • 2004 Taufe und In-Dienst-Stellung des Mehrzweckbootes „Condor“ durch die SPD-Bundesministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul. Seitdem steht dem THW ein modernes Wasserfahrzeug zur Verfügung, um seinen Aufgaben bei der Gefahrenabwehr auf dem Rhein besser gerecht zu werden.
  • 2005 entsendete der Ortsverband Wiesbaden Helfer in die Flutgebiete nach New Orleans. Das THW, das immer mehr auch die Rolle als Botschafter der Bundesrepublik Deutschland im Ausland wahrnimmt, hilft den Rettungskräften in den USA mit modernster Technik und „Manpower“.
  • 2009 baggert das THW Wiesbaden in einer lang geplanten Aktion das versandete Strandbad auf der Rettbergsaue aus, um es wieder als solches nutzbar zu machen.
  • Im selben Jahr sorgt der „Wiesbadener Geysir“, eine angebohrte Wasserblase am Finanzministerium, bundesweit für Schlagzeilen. Gemeinsam mit der Wiesbadener Feuerwehr schafft es das THW die Wassermassen unter Kontrolle zu bringen uns schlimmeres zu verhindern.
  • Seit Dezember 2009 ist das THW eine Bundessicherheitsbehörde.
  • Anfang des Jahres 2011 behindert der gesunkene Säuretanker „Waldhof“ massiv die Schifffahrt auf dem Rhein. Viele Schiffer sitzen fest und müssen versorgt werden. Die Ortsverbände, entlang des Rheins, die über eine Fachgruppe „Wassergefahren“ verfügen, helfen mit, die Schiffer mit dem Wichtigsten zu versorgen. Sei es Wasser oder Medikamente. So kam auch die „Condor“ des Ortsverbandes Wiesbaden zum Einsatz für Trinkwasserversorgung.
  • 2011 wird auch die allgemeine Wehrpflicht bei der Bundeswehr abgeschafft. Das THW als „Alternativangebot“ konnte bis dahin von der Freistellungsmöglichkeit profitieren und hatte einen stetigen Zufluss an frischen Helfern. Durch den Wegfall musste auch das THW Wiesbaden, so wie alle Organisationen, die „Wehrersatzangebote“ geboten haben, sehr empfindliche Einbußen bei den Helferzahlen hinnehmen. Seitdem wandelt sich das THW zu einer rein freiwilligen Hilfsorganisation.
  • Ebenfalls im Jahr 2011 durften sich die Helfer des Ortsverbandes über die Sanierung der Unterkunft in den Bereichen Umkleide und Sanitär freuen. Beide Bereiche wurden auf den neuesten Stand der Technik gebracht und sichern so die weitere Nutzung der Liegenschaft auf viele Jahre hinweg.
  • 2012 nun besteht der Ortsverband seit 60 Jahren. An dem Festakt im Wiesbadener Rathaus nimmt neben dem Oberbürgermeister, Dr. Helmut Müller, auch die ehemalige Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Heidemarie Wieczorek-Zeul, teil.
  • 2013 unterstützen Helfer des OV Wiesbaden das THW bei seinem bislang größten Einsatz: dem Elbehochwasser im Juni. Von den 16.000 eingesetzten THW-Kräften kamen 31 Helfer aus Wiesbaden. Ein Großteil des aktiven Arms war damit im Einsatz.


In dieser Darstellung sind nur die wichtigsten und großen Einsätze explizit aufgeführt. Dazu kommen noch sehr viele kleine Einsätze und Hilfeleistungen, wie z.B. die Ausleuchtung von Tatorten und Unfallstellen für die Polizei, mit der das THW Wiesbaden schon seit vielen Jahren ebenfalls ein sehr gutes Verhältnis pflegt. Eine genaue Aufstellung über unsere Einsätze finden Sie in unserem Einsatztagebuch.

Logo des THW z.Zt. der OV Gründung (By Technisches Hilfswerk (File:THW Logo 1950er.png) [Public domain])